Werte Lokalredaktion,

in Ihrer heutigen Online-Ausgabe schreiben Sie folgendes:

Es ist unglaublich! Nachdem mehrere Größen des Kölner Karnevals, darunter Brings, die Höhner, Kasalla oder die Bläck Fööss, gegen den AfD-Parteitag im April im Kölner Maritim-Hotel protestiert hatten, holt die AfD in Gestalt von Beatrix von Storch nun zum Gegenschlag aus.

Bei Twitter nannte die stellvertretende Bundessprecherin der Rechtsausleger diejenigen Karnevalisten, die sich gegen den Parteitag wenden, „erbärmliche antidemokratische Gutmenschenfanatiker“.

Wir haben da ein Verständnisproblem.

Wir hoffen, Sie können uns helfen.

Die AfD hält im April einen Parteitag ab, in einem Hotel in Köln. Für eine völlig normale Partei innerhalb des demokratischen Spektrums ein völlig normaler Vorgang. Bis hierher haben wir sicher keinen Dissenz.

Nun regt sich Widerstand von Seiten des politischen Gegners. Das ist alles andere als normal, denn die Abhaltung eines Parteitages ist ein demokratisches Organ und in höchstem Maße schützenswert. Wer sich dagegen stellt, verstößt gegen verfassungsgemäße Grundrechte. Ergo wäre es rechtsstaatliche Pflicht jeder demokratischen Partei, diese entschlossen zu verteidigen. Das wissen Sie natürlich.

Kölner Karnevalisten sind da ungebundener, sie müssen nicht einmal zwingenderweise Demokraten sein. Es steht ihnen völlig frei, Programme zu verdammen, die sie nicht kennen, Menschen zu diffamieren, die andere Meinungen haben und sie können, neben Humbta Täterä zu singen, auf politischer Ebene ein bisschen Unterstützung geben den Händen, die sie füttern.

Wenn allerdings Begriffe wie „Weltoffenheit“, „Toleranz“ und nicht zuletzt „Nächstenliebe“ für solche Umtriebe herhalten müssen, ist Schluss mit lustig. Weltoffenheit ist nämlich nicht die bedingungslose Unterwerfung unter andere Kulturen, sondern beschreibt eine Aufgeschlossenheit ihnen gegenüber, wie sie auch die AfD befürwortet. „Nächstenliebe“ ist geradezu eine der Kernforderungen einer wertkonservativen Partei wie der AfD und wird von unseren Gutmenschen gerne mit Füßen getreten, wenn sie statt Frauen und Kindern aus tatsächlichen Kriegsgebieten vorwiegend kräftigen jungen Männer den Sprung in unsere Sozialsysteme ermöglichen. Darf man an dieser Stelle wenigstens „Erbärmlich!“ denken?

Hetze kommt an dieser Stelle nicht durch Beatrix von Storch ins Spiel, sondern durch unsere selbsternannten Aktivisten. Erst der Terminus „Toleranz“ bringt wieder Heiterkeit ins Geschehen, wenn er als Rechtfertigung für gelebte Intoleranz herangezogen wird.

Richtig erkannt haben die unterzeichnenden Kölner Karnevalisten, dass unsere Gesellschaft schützenswert ist und dass seit längerem gezielt an ihrer Spaltung gearbeitet wird. Und zwar durch Aushöhlung unserer Sozialsysteme, Verleugnung unserer Werte und Kultur, durch massenhafte illegale Zuwanderung, stetig wachsende soziale Ungerechtigkeiten und last but not least der Bildung leistungsloser Eliten, die ihre Pfründe rücksichtlos und zunehmend dreister verteidigen.

Ganz ohne Pathos darf man feststellen, dass eine Partei wie die AfD im Schatten des Doms verzweifelt versucht, dem Einhalt zu gebieten. Ob die das zu verhindern suchenden Kölner Karnevalisten tatsächlich „Gutmenschenfanatiker“ oder nur willfährige Helfershelfer besagter Eliten sind – das würden wir gerne mit ihnen selbst diskutieren.

Aber solchem Debatten verweigern sich die toleranten, weltoffenen Nächstenliebenden in aller Regel. Dann lieber Humbta Täterä.

Quelle: https://afd.nrw/pressemeldungen/2017/02/offener-brief-an-den-koelner-express/

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